HYMNEN AN DIE NACHT

 

 

Komponiert von Aleksandar Kostić

Hymnen an die Nacht

&

Das Lied der Lieder

 
Ein Konzert für Gesang und Orchester
von

ALEKSANDAR KOSTIĆ

Termin
Veranstaltungsort

Dirigent
Sopran
Sopran
Mezzo-Sopran
Klavier / Celeste
Chor
Streichorchester

25. Mai 2019
Große Sendesaal im Haus des Rundfunks (rbb), Berlin

SCOTT STROMAN
YUKA YANAGIHARA
NICOLE TIBBELS
HEATHER CAIRNCROSS
ANTONIS ANISSEGOS
ECLECTIC VOICES
COVENT GARDEN CHAMBER ORCHESTRA

Termin: 25. Mai 2019

Veranstaltungsort: Große Sendesaal im Haus des Rundfunks (rbb), Berlin

Dirigent: SCOTT STROMAN
Sopran: YUKA YANAGIHARA
Sopran: NICOLE TIBBELS
Mezzo-Sopran: HEATHER CAIRNCROSS
Klavier / Celeste: ANTONIS ANISSEGOS
Chor: ECLECTIC VOICES
Streichorchester: COVENT GARDEN CHAMBER ORCHESTRA

Die Geschichte

Das Lied der Lieder

ist ein vokal-instrumentales Stück für Sopran- und Alt-Solistinnen, Schlagwerk, gemischtem Chor und Streichensemble. Es erlebte seine Erstaufführung in Covent Garden, London, im März 2010. Inspiriert von und komponiert wurde es auf Grundlage des gleichnamigen alttestamentarischen Textes des Königs Salomon, geschrieben vor mehr als 2000 Jahren. Der Komponist hat dieses Stück so konzipiert, dass es in fünf alten Sprachen (Hebräisch, Altgriechisch, Latein, Altslawisch und Altenglisch) aufgeführt wird. Die Idee für diese mehrsprachige Aufführung ist in erster Linie eine musikalische, aber das ‚Lied der Lieder‘ ist Teil der jahrhundertealten jüdischen wie auch christlichen Kultur. Die arabische Liebeslyrik bezeugt, dass auch der Islam davon nicht unberührt geblieben ist. Der Einfluss auf unsere Kulturgeschichte ist ebenfalls enorm, denn abendländische Dichter, Maler und Komponisten haben sich immer wieder von dem Lied inspirieren lassen. Musikalisch lag der Fokus darauf, mögliche Einschränkungen, die von einseitiger Übersetzung her auftreten könnten, zu überwinden. Dabei musste gleichzeitig bedacht werden, dass einerseits der freie Fluss der Melodie erhalten bleibt und zugleich die Möglichkeit, die Qualität und der Reichtum der Sprache, wenn sie in einem bestimmten musikalischen Kontext gestellt wird, optimal genützt wird. Kulturell bedeutet dies, dass diese alten Sprachen, die kaum mehr gesprochen werden, neu belebt werden. Zudem ging es darum, das gemeinsame Erbe der verschiedenen Weltkulturen und Traditionen mit einzuarbeiten.

„Seit dem ersten Jahrhundert wurde das ‚Lied der Lieder‘ in den Tavernen Palästinas gesungen und seit dem Mittelalter auch in der Liturgie für Mönche und Nonnen benutzt. Was unsere Imagination fesselt ist die Gabe dieses Gedichtes, sich vom Sinnlichen hin zum Spirituellen zu transzendieren, und wieder zurück zu verwandeln, ohne seinen wesentlichen Charakter, seine Reinheit und Schönheit zu verlieren.“

Aleksandar Kostić

Diese Komposition will, indem sie diese jahrhundertealte Geschichte der Liebe mit den universellen Ausdrucksmöglichkeiten von Musik und Poesie erzählt, einen grenzenlosen Gedankenraum feiern.

„König Salomon’s Meisterwerk ist eine Reise durch Sprache, durch Leben und Liebe. Sein Weg von seinem hebräischen Ursprung, über die alten Sprachen, die längst nicht mehr gesprochen werden, bis hin zu den Sprachwelten unserer Zeit. Musik ist zeitlos und empfänglich für Emotionen, Gefühle und Gedanken. Sie ist allen Sprachen übergeordnet. Durch meine kompositorische Interpretation des großartigen ‚Liedes der Lieder‘ möchte ich diesen Text neu zum Sprechen bringen.“

Aleksandar Kostić

Hymnen an die Nacht

ist der Titel der neuen Komposition von Aleksandar Kostić nach der Vorlage des gleichnamigen Textes des deutschen Frühromantikers Novalis (Friedrich von Hardenberg). Dieser philosophisch-lyrische Text ist teils in Prosa und teils als Gedicht geschrieben. Es richtet Grundfragen an die menschliche Existenz, an die Welt, die uns seit Anfang unserer Zivilisation umgibt und zu der Dualität ihrer Erscheinung, die zwischen Sichtbarem und Unsichtbaren, zwischen Tag und Nacht unterscheidet. Angetrieben von der Liebe zu seiner verstorbenen Verlobten begibt sich Novalis auf eine mystische Reise durch die Nacht und ihren Landschaften. Das Ziel seiner nächtlichen Reisen ist der Punkt, an dem er sich mit seiner großen Liebe zu vereinen wünscht. Das Tagebuch, dass er uns von dieser Reise hinterlassen hat, wurde als ,Hymnen an die Nacht‘ erdichtet. ‚Hymnen an die Nacht‘ von Novalis gilt als der Höhepunkt seines lyrischen Werkes und als bedeutendste Dichtung der deutschen Frühromantik.

„Da muss es viele Worte geben, die ich nicht kenne, wenn ich nur mehr kannte, würde ich noch leichter verstehen können, einst liebte ich es zu Tanzen, jetzt denke ich eher an die Musik“

Novalis

„Dualität als Form, zwischen Prosa und Poesie, sowie die Dualität der Welt, die in der Arbeit von Novalis abgebildet werden, dies ist zugleich sehr herausfordernd und inspirierend für mich, derweil ich mich auf die Suche nach seiner musikalischen Entsprechung begebe. Es gibt einen schmalen Grat, auf dem sich ‚Lied der Lieder‘ und ‚Hymnen an die Nacht‘ begegnen. Der eine Text ist der Teil der Schrift, der die spirituelle Grundlage unserer Welt ist, welche uns viel über unsere sinnliche Natur erzählt. Der andere ist eine Dichtung, die uns die Tür für das Geistige öffnet. Es geht um Sinnlichkeit. Zusammen gefasst geht es um die Suche nach Liebe und dem Streben nach Ewigkeit.”

Aleksandar Kostić

Hinter der Musik

ALEKSANDAR KOSTIĆ – KOMPONIST

wurde 1973 in Belgrad geboren. Begleitet und gefördert von einer der ersten weiblichen Komponistinnen Serbiens, Mirjana Sistek Djordjević (1935-2017), wurde er zum Komponisten ausgebildet. Seine Werke thematisieren europäische, traditionelle und spirituelle Musik. Aleksandar Kostić komponiert für Dokumentarfilme, Radiofeatures und Fernsehprogramme. Viele seiner Projekte haben Preise gewonnen, unter anderem den Elias Stuhl für das beste Theaterstück am Bitef Festival 2011 oder eine Auszeichnung für Die Betrunkenen des Sterijino Pozorje Theaterfestival in 2016. Aleksandar Kostić ist Mitglied im Komponistenverband U.K.S.. Seit 2016 lebt und arbeitet er in Berlin.

SCOTT STROMAN – DIRIGENT

in Amerika geborener, vielseitiger Komponist/Dirigent aus London. Er ist Leiter des Londoner Jazz Orchestra, Eclectic Voices Chor, Renga Ensemble des London Philharmonic Orchestra. Seine Arbeit umfasst die reichweite von Kurt Weills Bühnenwerken bis zu Arrangement- und Dirigierarbeit für Phil Collins. Er hat viele kombinierte Performance- und Bildungsserien und Programme über Bach, Haydn, Dvorak, Stravinsky, Bartok, John Adams, Lutoslawski, Duke Ellington, Gil Evans, Gospelmusik, afrikanische Musik, brasilianische Musik und die der viele andere Traditionen und Komponisten, geleitet. Scott Stroman trat mit einigen der größten Größen des Jazz und der Weltmusik auf, darunter Dizzy Gillespie, Kenny Wheeler, Youssou N’Dour, Herbie Hancock und Billy Cobham. Er ist Professor an der Guildhall School of Music und Drama.

YUKA YANAGIHARA – SOPRAN (Hymnen an die Nacht)

begann ihre Gesangsausbildung an der Universität für Kunst und Musik im japanischen Okinawa und kam anschließend nach Berlin an die Hochschule für Musik ‚Hanns Eisler‘. Sie sang große Sopran-Rollen des Opernrepertoires und arbeitet seit einigen Jahren mit verschiedenen Regisseuren und Theatern an Projekten, die das Genre Oper über die Grenzen der Konventionen hinaustreiben, u.a. mit Florian Lutz, Hans-Werner Kroesinger, David Marton, Sven Holm und seinem Ensemble Novoflot.

NICOLE TIBBELS – SOPRAN

sprengt mit ihrer Sopran-Stimme die Grenzen zwischen klassischer Musik und Jazz. Ihr internationales Debüt feierte sie im Royal Opera House Covent Garden und hatte seither unzählige Opern-Engagements. Zeitweise sang sie auch in der bekannten Jazz-Vokal-Gruppe ‚The Swingle Singers‘.

HEATHER CAIRNCROSS – MEZZO-SOPRAN

war eine Zeit lang Mitglied bei den ‚Swingle Singers‘, diese verließ um eine viel gefragte Sängerin für Filmsoundtracks zu werden. Als klassische Alt-Sängerin arbeitete sie u.a. mit dem New York Philharmonic und dem Chicago Symphony Orchestra zusammen.

ANTONIS ANISSEGOS – KLAVIER / CELESTE

Antonis Anissegos lebt seit 1998 als Komponist, Pianist (Interpret/Improvisator) und elektronischer Musiker (alias ‚unu‘) in Berlin. Seine aktuellen Projekte sind: Trio IAMA, Grix, ΣΩΜΑ, best before unu, ddaA, Card Castle, NPC. Zusammenarbeit mit dem Berliner Ensemble (2018), der Neuköllner Oper (2017), Novoflot (2017) und dem Theaterensemble ‚Werkgruppe 2‘ in Braunschweig (2015). Seit 2015 tritt er als Gast mit dem Ensemble Adapter auf. Seit 2014 Mitglied bei ‚Lost Anthropology‘ von Dine Doneff und ‚Potsa Lotsa Plus‘ von Silke Eberhard.

ECLECTIC VOICES – CHOR

ist ein energetischer und ambitionierter Chor, der keine musikalische Herausforderung scheut. Die große Vielfalt des musikalischen Repertoires hat den Chor unter anderem mit dem London Philharmonic Orchestra zusammenarbeiten lassen.

COVENT GARDEN CHAMBER ORCHESTRA

ist eines der führenden nicht-berufsmäßigen Orchester in London und hat sich mit mutigen Programmen und unkonventionellen Performances einen großen Namen gemacht.